Engpass Bad Hersfeld

Treffen der Bürgerinitiativen zur geplanten Bahn-Trasse Fulda-Erfurt

Artikel Engpass

HEENES. Der Bahnhof Bad Hersfeld ist einer der Engpässe, die bei der Planung der neuen Schnellbahntrasse Fulda-Erfurt besonders berücksichtigtwerden müssen. Dies wurde bei einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative
Unteres Geistal im Dorfgemeinschaftshaus von Heenes bekannt. Nach Angaben von BI-Vertreter Paul Niewerth, der am Rande des ersten Bürgerbeteiligungsforums mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn gesprochen hatte, stehen die Pläne für die Ansiedlung eines Kaufland-Marktes auf dem Schlachthof-Gelände unmittelbar neben der bestehenden Bahntrasse im Konflikt mit eventuell erforderlichen zusätzlichen Gleisen.
Auch im Zusammenhang mit der für die nächsten Jahre angekündigten Erneuerung der Hochbrücke habe es bis vor Kurzem keinen Kontakt zwischen Bahn und Hessen Mobil gegeben, berichtete Niewerth. Erst jetzt sei man im Gespräch.
Wie der Bahnhof Bad Hersfeld an eine neue Trasse angebunden wird, sei allerdings noch völlig offen wie auch der Verlauf der Strecke, sagte Niewerth, der auch einen Bahnhofs-Neubau am Stadtrand für denkbar hält.
Auch bedeute eine „Anbindung“ von Bad Hersfeld im Bahn-Deutsch nicht notwendigerweise einen Haltepunkt auf der neuen Strecke, die die Fahrzeit zwischen den Taktpunkten Fulda und Erfurt auf unter eine Stunde drücken
soll. Bisher benötigen die Züge laut Fahrplan im besten Falle 77 Minuten. Eingangs hatte Niewerth die Zielsetzungen der Bahn wiederholt, die mit dem auf 15 bis 20 Jahre angelegten Projekt zusätzliche Kapazitäten, aber auch einen weiteren Baustein des Deutschland-Takts für geschmeidige Anschlüsse in alle Richtungen schaffen will. Dem Knoten Erfurt komme dabei eine besondere Rolle zu.
Damit die Interessen der Anlieger in unserer ohnehin schon hoch belasteten Region nicht unter den Tisch fallen, empfahl Niewerth den Vertretern der in einem Aktivbündnis zusammengeschlossenen Initiativen und Organisationen
Wachsamkeit gegenüber der Bahn. Auch müssten Bürger und lokale Politiker „an einem Strang ziehen“. Als nächster Schritt steht eine Machbarkeitsstudie an, die beim nächsten Forum im November vorgestellt werden soll. Sie untersucht vor allem technische Voraussetzungen und benennt denkbare „Einfädelungspunkte“ von der bestehenden Schnellbahnstrecke Hannover Würzburg.
Referent des Infoabends war der Bürgermeister der Spessart-Gemeinde Jossgrund, Rainer Schreiber, der die Vorgehensweise und Systematik der Bahn bei der Planung des Abschnitts Hanau-Fulda beschrieb.
Schreibers Erkenntnis nach vielen Jahren und mehr als 40 Veranstaltungen zum Thema: „Einfach gibt’s nicht.“

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(Quelle: Hersfelder Zeitung vom 2. August 2018)